Die Faltschachtel – eine Zeitreise in die Entstehungsgeschichte

Geschichte, Herstellung und Funktion

Die ersten Faltschachteln wurde im Jahre 1839 in den USA hergestellt. Anfangs wurden diese noch mit Stiften zusammengesteckt, bevor sie im Jahr 1879 maschinell geschnitten und gestanzt wurden. Durch die fortschreitende technische Entwicklung und die Erfindung der Beleimungsmaschine konnten die Verpackungen ab 1895 industrialisiert verklebt werden. Im 20. Jahrhundert steigert sich die Beliebtheit der Faltschachteln immer weiter und wurde für viele neu aufkommende Produkte genutzt. Heutzutage werden Faltschachteln für die Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel und Foodindustrie ganz individuell und nach den Wünschen des Kunden angefertigt. Dabei sind bei der Gestaltung von Farbe und Form keine Grenzen gesetzt, sodass die Markenbotschaft und die Corporate Identity perfekt umgesetzt werden können. Um die Wertigkeit der Verpackung zu erhöhen, können zusätzlich Veredelungen integriert werden. Dazu können die Verfahren Stanzen, Prägen, Lasern, Bedrucken und Lackieren genutzt werden.

 
Zu Beginn der Herstellung werden die Faltschachteln an einem Computer mit einem CAD-Programm entwickelt, wobei dem Konstrukteur die Maße und das Produkt als Vorlage dienen. Darauf aufbauend muss das Material und die Machart ausgesucht werden. Ist die Konstruktion abgeschlossen, wird ein Muster erstellt, auf Basis dessen der Herstellungsprozess der Faltschachteln geplant wird. Dieser beginnt mit dem Bedrucken der Kartonbögen in einer Druckmaschine. Danach werden die Bögen gestanzt und überflüssige Zwischen- und Randbereiche entfernt, bevor diese geklebt oder gefaltet werden.
 
Dieser beginnt mit dem Bedrucken der Kartonbögen in einer Druckmaschine. Danach werden die Bögen gestanzt und überflüssige Zwischen- und Randbereiche entfernt, bevor diese geklebt oder gefaltet werden. Die Faltschachteln in der Kosmetik und in anderen Branchen müssen in Form und Funktionalität auf das entsprechende Produkt abgestimmt sein. Oft sind diese ab Werk an der Seitennaht verklebt, so dass der Auftraggeber diese nur noch aufklappen muss. Die Faltschachtel muss in der Regel 4 Hauptfunktionen erfüllen.
 
  • Sie muss das Produkt vor äußeren Beschädigungen schützen
  • Sie dienen durch die Verwendung von bedruckten oder beklebten Inhalten als Werbeträger
  • Sie lassen sich durch ihre Form unkompliziert stapeln und ermöglichen dadurch eine platzsparende Lagerung
  • Sie transportieren die Markenbotschaft und die Corporate Identity des Unternehmens
Die Vorteile der Faltschachteln gegenüber anderen Verpackungslösungen ist die vergleichsweise kostengünstige Herstellung und die Möglichkeit einer individuellen Fertigung bereits bei kleineren Stückzahlen. Des Weiteren versprechen sie eine leichte Handhabung beim Auf- und Abbau und der Lagerung. Durch den flachen Zustand können sie auch leicht verschickt werden. Zum Einsatz kommen Faltschachteln unter anderem im Food- und Non-Food-Bereich, aber auch im technischen Bereich und in der Pharmaindustrie zum Beispiel bei Tuben oder kleineren Flaschen.

Die verschiedenen Arten

Faltschachteln sind in der Kosmetik und Nahrungsergänzung die beliebteste Verpackungslösung. Sie wird für Produkte wie Creme, Parfüm, Lotion, Kapseln oder Tropfen verwendet. Durch die bedruckten Inhalte und verschiedenen Veredlungsmöglichkeiten können die Schachteln ein wahrer Blickfang am Point of Sale sein. Dabei handelt es sich um den Punkt in der Customer Journey, also dem Weg eines Kunden zum Käufer, an dem eine endgültige Kaufentscheidung im Geschäft oder auch online getroffen wird. Dafür bieten sich verschiedene Arten an.
 
Die häufigste und bekannteste Verpackungslösung ist die einfache, klassische Faltschachtel. Sie ist in ihrer Form und in ihrer Funktion individuell gestaltbar. Dabei gibt es einige Standardversionen, meistens werden sie aber individuell für das entsprechende Produkt entwickelt. Die einzelnen Arten der Faltschachteln werden z.B. mit einem Code der European Carton Makers Association, kurz ECMA, klassifiziert. In diesem Code werden standardisierte Stanzverpackungen und Faltschachteln zusammengefasst. Daraus lassen sich sämtliche Formen bei variablen Maßen der Schachteln entwickeln, wodurch eine einheitliche Basisverständigung zwischen Industriezweigen und Verpackungsherstellern gewährleistet wird. In diesem ECMA-Code wird zwischen sechs verschiedenen Kategorien unterschieden. Dabei spielt in erster Linie die Form (rechteckig oder nicht-rechteckig) und die Art der Klebung (an der Längsnaht oder nicht an der Längsnaht) eine Rolle. Die ersten vier Arten setzen sich aus den unterschiedlichen Kombinationen zusammen. Weitere Kategorien sind Faltschachteln, in denen das Produkt bereits integriert ist und die sonstigen, die nicht einer der anderen Kategorie zugeordnet werden können.
 
Die herkömmlichste Art ist die Faltschachtel mit Einstecklasche. Sie wird unter anderem für Kosmetik, Medikamente und Software genutzt. Die Schachtel mit Stecklaschen ist die einfachste Variante und besitzt sowohl oben als auch unten Verschlüsse mit Staublaschen und einer Einstecklasche mit einem Friktionsverschluss. Die Staublasche ist ein Bestandteil, der das Eindringen von Staub und anderen Fremdkörpern in das Innere verhindert, das Schließen vereinfacht und die Stabilität verstärkt. Wenn die Verpackungen sich für eine automatisierte Befüllung eignen sollen, sind die Staublaschen zusätzlich ausgespart. Oft verfügt die Einstecklasche noch über Sperrschlitze oder eine Schließzunge. Häufig befinden sich oben an der Packung noch sogenannte Stoppriller. Weiterhin wird die Schachtel im Gegensatz zu anderen Branchen in der Kosmetik und Nahrungsergänzung von vorne nach hinten geschlossen, um unschöne Kantenbildung zu vermeiden. Weitere Arten der Faltschachteln sind Verpackungen mit Steckboden und Automatikboden. Bei beiden handelt es sich um Sonderformen der Stecklaschen-Schachtel. Der Steckboden besteht dabei aus vier Laschen, die sich beim Aufrichten ineinander verhaken, während der Automatikboden bereits bei der Herstellung geklebt wird. Dieser schließt sich beim Aufrichten dann von selbst. Daher eignet sich diese Form auch besonders gut für automatisierte Befüllungen. Weiterhin gibt es noch die Aufhängeschachtel mit einer zusätzlichen Euroloch-Lasche mit einem ausgestanzten Loch, welches sich zum Aufhängen des Produkts im Handel eignet. Die letzte Art ist die sogenannte Stülpdeckelschachtel. Wie der Name bereits vermuten lässt besitzt sie eine große Deckelöffnung und wird vor allem als Geschenkverpackung verwendet.